Schlaf-Evolution

Was hat guter Schlaf mit unserer Evolution zu tun?

Viele Menschen wünschen sich einen besseren Schlaf.

Daher möchte ich mit dem heutigen Beitrag auf einen sehr interessanten Aspekt fokussieren, der die Weichen zu einem besseren Schlaf stellen kann. Über viele Jahrtausende haben wir uns als Menschen zu dem entwickelt, was wir heute sind. Und über die vielen Jahrtausende war unser Leben geprägt vom Rhythmus der Sonne, körperlicher Bewegung im Tageslicht und an der frischen Luft, Anspannung und Entspannung. Daher stellen die Lebensbedingungen der heutigen Welt sehr hohe Anforderungen an unseren Geist und Körper. Die Entwicklung der letzten etwa 150 bis 200 Jahre mit elektrischem Licht, großen Arbeitsumfängen im Sitzen und in geschlossenen Räumen haben unser Gehirn und unser Körper einfach noch nicht vollzogen. Unsere ganze Physiologie, Körper und Gehirn sind immer noch auf dem Stand der Steinzeit, so dass gesundheitliche Probleme vorprogrammiert sind, die sich u. a. auch in Störungen unserer Energie-Quelle Nummer 1, nämlich unserem Schlaf zeigen.

Mit dem Sonnenaufgang strahlt jede Menge Licht im Blauwellenbereich auf die Erde herab, die uns Menschen aktiviert. Dieses Licht stoppt die Produktion des Melatonins, unserem wichtigsten Schlafhormon und gleichzeitig regt das Tageslicht die Produktion von unserem Wohlfühlhormon Serotonin an und lässt uns so aktiv werden. Bedingung dafür ist allerdings der Aufenthalt im Freien, damit das Licht auch unsere Haut erreicht. Da das Serotonin die Vorläufer Substanz vom Melatonin ist, bekommt dem Tageslicht eine ganz besondere Rolle zu, damit unser Körper auch abends beim Einbrechen der Dunkelheit genug Serotonin zur Verfügung steht, um daraus Melatonin zu bilden. Die Abenddämmerung dagegen enthält jede Menge Licht im rotwelligen Bereich, das beruhigend auf unseren Körper wirkt.

Der Alltag unserer Vorfahren war geprägt von körperlicher Aktivität, die heute nur noch die wenigsten von uns haben. Diese körperliche Aktivität ist aber für eine Reihe von Stoffwechselvorgängen in unserem Körper von zentraler Bedeutung, da dadurch abends unser Körper müde ist und daraus dann auch tatsächlich ein Schlafbedarf entsteht, der den Menschen gut einschlummern lässt. Die körperliche Inaktivität vieler Menschen führt zu vielen Problemen, die auch als Wohlstandskrankheiten gelten, wie Gewichtszunahme, Infektanfälligkeit, Herz-Kreislauferkrankungen usw. Gleichzeitig haben unsere Vorfahren in der Steinzeit neben der körperlichen Aktivität durch die Jagd, das Umherziehen, Sammeln von Nahrung (Beeren, Samen, Früchten…) auch regelmäßige Phasen der Ruhe und Entspannung gehabt. Auch die Jahreszeiten haben diesen Wechseln von Anspannung und Entspannung unterstützt, da man im Sommer aktiver und der Winter die Zeit der Ruhe war.

Der Aufenthalt an der frischen Luft hat neben der Lichtaufnahme als weiteren positiven Effekt, dass über die frische Luft Elektronen für den Ladungsausgleich zur Verfügung stehen, die sich in geschlossenen Räumen verbrauchen. Daher führt auch das regelmäßige Lüften von Räumen zu einem positiven Gefühl, da neben dem Entlassen der verbrauchten Luft mit einem erhöhten Kohlendioxid-Anteil auch für den durch unseren Stoffwechsel notwendigen Ladungsausgleich die Elektronen zur Verfügung stehen.

Die Herausforderung für uns Menschen in der heutigen Zeit ist es zu schauen, wie wir uns an die Steinzeit-Bedingungen so gut wie möglich annähern können, um unserem Körper und damit unserer Physiologie die optimalen Bedingungen für eine optimale Regeneration und den dafür notwendigen Schlaf zu geben. Wichtig dabei ist es regelmäßig, am besten jeden Tag, Zeit bei Tageslicht an der frischen Luft zu verbringen und am Besten in Bewegung zu verbringen. Viele Menschen tendieren dazu, unter der Woche, insbesondere bei starker beruflicher Belastung diese Zeiten auf das Wochenende zu verlegen, aber das ist ein Fehler.

Tageslicht und frische Luft: Gehen Sie so oft es möglich ist am Tag ins Freie. Damit können Sie schon die Aufnahme von Tageslicht und frischer Luft, zwei positive Effekte, miteinander verbinden. Vielleicht können Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad Ihre Arbeitsstelle erreichen oder den Einkauf, den Gang zur Post usw. erledigen. Vielleicht ist es auch nur der Gang zum Mittagessen. Fünf Minuten sind besser als keine Zeit am Tageslicht.

Bewegung: Durchforsten Sie Ihren Alltag nach den Möglichkeiten körperlich aktiv zu werden, Sport zu treiben und sich körperlich zu fordern. Natürlich wäre es perfekt, dieses auch noch draußen zu tun. Aber nutzen Sie auch die Möglichkeiten, die Ihnen der Alltag bietet. Sie haben sicher schon oft in Zeitschriften davon gelesen oder im Fernsehen oder Radio davon gehört: Das Auto stehen lassen (s. o.), die Treppe statt dem Aufzug benutzen, bei langem Sitzen aufstehen, umhergehen usw.

Daher haben Outdoor-Sportarten den Vorteil, dass diese die genannten positiven Effekte in sich vereinen. Für alle Indoor-Sportarten gilt, dass Sie als Sportler oder Trainer für so viele Trainingseinheiten wie möglich oder auch das Aufwärmen vor dem Training oder Wettkampf nach draußen gehen.

Ihr Schlaf und Ihre Erholung werden es Ihnen danken! Schlafen Sie gut!